Tino Bittner

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Presse

   

SVZ/ Güstrower Anzeiger- Spur der Schafe

Montag, 14. Juli 2010

Spur der Schafe: Realität, Spieglung, Abstraktion
20. Kunstschau des Künstlerbundes Mecklenburg-Vorpommern bis 1.August in Weitendorf zu sehen

von Regina Mai

WEITENDORF „Es ist gelungen“, sagt Andreas Preywisch und schaut auf die 20. Kunstschau des Künstlerbundes MV in der ehemaligen Berufsschule des Volkseigenen Gutes in Weitendorf. Gespannt sei er gewesen, ob angesichts unterschiedlicher positionen der Künstler sich am Ende ein großes Ganzes ergibt sowohl in Bezug auf den Ort als auch auf die Ausstellung. Faszinierend findet Andreas Preywisch, wie die 29 Künstler das Gebäude – eine Schule, die seit vielen Jahren leer steht  – angenommen haben. Aufmerksam möchte er auf die Installation von Tino Bittner aus Schwerin machen: Spur der Schafe. Er zeichnete auf dem Gelände vor der Schule die Wege nach, die die Schafe im Winter zwischen ihrem Unterstand und der Futterstelle und darüber hinaus nahmen. Nicht nur das Sehen sondern auch das Gehen der Wege sieht Andreas Preywisch als Zugang zur Kunst. Während die Wege das reale Leben widerspiegeln, den Kampf ums Überleben im Winter, transportiere der Künstler, Jahrgang 1975, das Thema in einen Raum der Schule mit Sprossenfenstern, die das Bild da draußen bewusst fragmentieren, es zerlegt. Zwei Fensterflügel, so Andreas Preywisch, seien mit Spiegeln versehen, wodurch sich Teilflächen widerspiegeln. „So schafft der Künstler den Übergang von den realen zu den virtuellen Bildern, die er in Teilen weiterverarbeitet und in schwarze Zeichen an der Wand umsetzt“, denkt der Kunstinteressierte, der vor 22 Jahren in seiner Heimat am Stadtrand von Mainz zusammen mit anderen einen Kunstverein gründete und nun durch seine Frau, Vorerbin des Gutes, in Weitendorf ein zeitweises Zuhause findet. Isoliert nehme man die Zeichen kaum noch als Teile von Wegen wahr. Vor der Tapete würden sie eine schwebende Wirkung erlangen, die nun gar nichts mehr mit der Realität zu tun habe. Der Kreis schließt sich mit Videoaufnahmen vom Weg im Schnee. „Auf die Idee kann nur ein Künstler kommen“, so Preywisch und assoziiert damit den Überlebenskampf, Lebenswege und einen Vergleich zwischen Mensch und Tier und gelangt so zum Motto der Ausstellung. Die mit „Zeitgänge“ überschrieben ist und noch bis zum 1. August zu sehen ist. Die Schafe bevorzugen dieser Tage ein schattiges Plätzchen hinter der ehemaligen Schule. Andreas Preywisch sieht sein Hiersein als Fügung. Seit vielen Jahren habe er enge Kontakte zu Künstlern in Mecklenburg. Im nächsten Jahr werde „sein“ Kunstverein mit einer Gruppenausstellung in die Güstrower Wollhalle kommen, kündigt er schon mal an.

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